Vorsorgekoloskopie und andere Vorsorgen

Die Vorsorgekoloskopie ist Teil der Krebsvorsorge für gesetzlich versichterte ab 55 Jahren alle 10 Jahre bis zum 75. Lebensjahr.
Bei an Darmkrebs erkrankten direkten Familienangehörigen sollte sie – unabhängig davon – spätestens 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter des Betroffenen erfolgen.

Das kolorektale Karzinom ist eines der häufigsten Malignome. In ca. 30% der Fälle sind Patienten mit einem Alter unter 55 Jahren betroffen. Unbestritten ist, dass mit einem Screening die Inzidenz und auch die Mortalität bei diesem Tumor deutlich reduziert werden kann. Nach einer jetzt veröffentlichten Studie scheint es sinnvoll, bereits ab dem 45. Lebensjahr damit zu beginnen.

In Deutschland werden seit 2002 die Kosten für eine Koloskopie als Früherkennungsmaßnahme für alle Personen ab dem 55. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen, bei Personen mit einem familiären Risiko auch schon früher (Indexpatient unter 45 Jahre ab dem 35. Lebensjahr, Indexpatient unter 60 Jahre ab dem 40. Lebensjahr, Indexpatient über 60 Jahre ab dem 50. Lebensjahr). Ab dem 50. Lebensjahr wird auch eine in jährlichen Abständen durchgeführte Untersuchung des Stuhls auf okkultes Blut empfohlen. Doch sind diese Altersgrenzen, die sicherlich einen Kompromiss zwischen Wünschenswertem und Machbarem darstellen, auch medizinisch sinnvoll und gerechtfertigt?

Neuere Daten aus Frankreich sprechen jedenfalls dafür, dass der Beginn des Screenings auf 45 Jahre vorgezogen werden sollte; denn eine Koloskopie-Studie bei 6027 Patienten ergab, dass die Inzidenz der Kolonneoplasien in der Altersgruppe zwischen 45 und 49 Jahren um 400%höher ist als bei Personen mit einem Alter zwischen 40 und 44 Jahren. Die Adenomdetektionsrate lag bei 45- bis 49-Jährigen sogar um 8% höher als bei Personen mit einem Alter zwischen 50 und 54 Jahren. Die durchschnittliche Zahl der Polypen und die Detektionsrate stiegen bei einem Vergleich der beiden Gruppen 40–44 und 45–49 Jahre um jeweils ca. 95%, zwischen der Gruppe 45–49 und 50–54 dagegen nur um 19,1 bzw. 11,5%.  „Diese Daten sagen uns, dass es sinnvoll ist, mit dem Screening früher, nämlich ab dem 45. Lebensjahr, zu beginnen“, so der Studienautor Dr. David Karsenti, Charenton-le-Pont [1].

[1] Free Paper Session „Imaging, screening and surveillance of colorectal cancer“, 25th UEG (United European Gastroenterology) Week, 30.10.2017, Barcelona, Spain

 

Bei neu auftretenden Beschwerden oder Schmerzen im Bereich des Bauches oder der Speiseröhre kann in einigen Fällen eine ernsthafte Erkrankung die Ursache sein. Je nach Art und Lokalisation der Beschwerden können wir mit endoskopischen und sonographischen Methoden rasch zur Klärung beitragen.

Darüber hinaus gibt es Erkrankungen des Verdauungstraktes, die ein erhöhtes Krebsrisiko haben können (z.B. Leberzirrhose, Barrettösophagus, chronisch entzündliche Darmerkrankungen). Hier können wir durch Kontrolluntersuchungen das erhöhte Risiko weitgehend beseitigen.

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